Dara
Dara ist einer der fünf Söhne Serahs in 1. Chronik 2:6. Der ähnliche Name Darda steht in 1. Könige 4:31 unter den Weisen, die Salomo übertraf. Die Lexika verbinden beide Namen, doch die Texte nennen unterschiedliche Familienzugehörigkeiten: Söhne Serahs in der Chronik und Söhne Mahols im Buch der Könige. Daraus lässt sich keine Lebensgeschichte gewinnen, die die Bibel nicht erzählt.
1. Herkunft und Bedeutung des Namens
Die hebräischen Formen sind דָּרַע, Dara, und דַּרְדַּע, Darda. Strong hält Dara wahrscheinlich für eine Verkürzung von Darda und schlägt für diesen Namen die Bedeutung Perle der Erkenntnis vor. Brown-Driver-Briggs verbindet die Formen, bezeichnet die Herkunft von Darda jedoch als zweifelhaft. Dies ist ein lexikalischer Vorschlag, kein gesicherter Hinweis auf seinen Charakter oder seine Berufung.
2. Geschichtlicher Zusammenhang und biblische Erzählung
2.1 Familie und Stammbaum
Die fünf Söhne Serahs in 1. Chronik 2:6 heißen Simri, Ethan, Heman, Chalkol und Dara. Simea gehört nicht zu dieser Liste. Der Stammbaum ordnet Dara dem Zweig Serahs, eines Sohnes Judas, zu. Er nennt weder Geburtsdatum noch Wohnort, Beruf oder persönliche Taten.
“Die Kinder aber Serahs sind: Simri, Ethan, Heman, Chalkol, Dara. Diese alle sind fünf.” (1. Chronik 2:6).
2.2 Politischer, gesellschaftlicher und religiöser Zusammenhang
In 1. Könige 4:31 gehört Darda zu der Gruppe von Weisen, deren Erwähnung Salomos überragende Weisheit verdeutlicht. Die Bezeichnung Söhne Mahols gehört zu diesem Text und darf bei einem Harmonisierungsversuch nicht verschwinden. Die Beziehung zur Chronik bedarf der Auslegung; ohne ausdrücklichen Beleg lässt sich dem Namen im Stammbaum kein Datum aus der Richterzeit zuweisen.
“[5:11] Und er war weiser denn alle Menschen, auch weiser denn Ethan, der Esrahiter, Heman, Chalkol und Darda, die Söhne Mahols, und war berühmt unter allen Heiden umher.” (1. Könige 4:31).
3. Charakter und Rolle in der biblischen Erzählung
Das Buch der Könige erkennt Dardas Ruf als Weiser an, berichtet jedoch weder seine Entscheidungen noch seine Worte. Daraus ergeben sich keine belegten Ämter, Lehrdienste, literarischen Werke, nachgewiesene sittliche Integrität oder Beteiligungen an bestimmten Ereignissen. Im Mittelpunkt steht Salomos Weisheit, nicht eine Lebensbeschreibung der genannten Männer.
4. Theologische Bedeutung und Typologie
Der Vergleich lädt dazu ein, Weisheit als Gottes Gabe zu erkennen, im Zusammenhang von 1. Könige 3:12 und 4:29. Kolosser 2:3 verortet die Schätze der Weisheit und Erkenntnis in Christus. Diese Verbindung gehört zur theologischen Lektüre der ganzen Schrift; sie macht Dara nicht zu einem ausdrücklichen Vorbild Christi und eine unsichere Namensdeutung nicht zu einer messianischen Weissagung.
Die Stammbäume bezeugen auch den Fortbestand der Familien Israels unter Gottes Vorsehung. Dara gehört zu Serahs Zweig; der Stammbaum Jesu in Matthäus 1:3 folgt Perez. Die Erwähnung im Register Judas macht Dara deshalb nicht zu einem direkten Vorfahren des Messias.
5. Biblisches Erbe und kanonische Bezüge
Die entscheidenden Stellen sind 1. Chronik 2:6 und 1. Könige 4:31. Jede ist zunächst nach ihrem eigenen Wortlaut zu lesen, bevor die Beziehung zwischen Dara und Darda erörtert wird. Die Anwendung besteht darin, Gottes Großzügigkeit beim Schenken von Weisheit anzuerkennen und die Grenzen seiner Offenbarung zu achten. Die Autorität und Zuverlässigkeit der Schrift hängen nicht davon ab, ihr Schweigen mit erfundenen Einzelheiten auszufüllen.