Septuaginta
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Die Septuaginta (häufig als LXX abgekürzt) ist die griechische Übersetzung des hebräischen Alten Testaments, ausgeführt zwischen dem 3. und 1. Jahrhundert v. Chr., und stellt eines der einflussreichsten Übersetzungswerke der Geschichte der Menschheit dar. Diese Ausgabe wird von der englischen Übersetzung begleitet, die Sir Lancelot Charles Lee Brenton (1807-1862) erstellte und 1851 veröffentlichte, einem klassischen Werk, das bis heute studiert wird.
Ursprünge der Septuaginta
Nach der traditionellen Erzählung des Aristeasbriefes (ca. 2. Jahrhundert v. Chr.) beauftragte König Ptolemäus II. Philadelphos von Ägypten (285-247 v. Chr.) etwa 70 oder 72 jüdische Gelehrte (sechs aus jedem der zwölf Stämme Israels), den Pentateuch ins Griechische zu übersetzen, um die Bibliothek von Alexandria zu bereichern. Davon stammt der Name Septuaginta (lateinisch für „siebzig“).
In Wirklichkeit war der Übersetzungsprozess viel komplexer und erstreckte sich über mehrere Jahrhunderte:
– 3. Jahrhundert v. Chr.: Übersetzung des Pentateuchs (Tora) durch jüdische Gelehrte in Alexandria.
– 2. Jahrhundert v. Chr.: Übersetzung der historischen und prophetischen Bücher.
– 1. Jahrhundert v. Chr.: Vollendung mit den Weisheits- und poetischen Büchern.
Der Hauptkontext war die hellenistische jüdische Diaspora, insbesondere in Ägypten, wo das Griechische die dominante Sprache geworden war und viele Juden das Hebräische nicht mehr fließend lasen.
Charakteristika und Inhalt
Die Septuaginta unterscheidet sich vom hebräischen Masoretischen Text in mehreren Aspekten:
– Erweiterter Kanon: enthält Bücher, die heute als deuterokanonisch oder apokryphisch bekannt sind (Tobit, Judith, Weisheit, Sirach, Baruch, 1.-2. Makkabäer und Erweiterungen zu Daniel und Esther).
– Textliche Varianten: präsentiert bedeutende Unterschiede in bestimmten Büchern, insbesondere in Jeremia, Daniel und einigen Psalmen.
– Anordnung der Bücher: unterscheidet sich von der hebräischen Bibel und organisiert die Bücher nach literarischem Genre.
– Interpretative Übersetzung: Die LXX ist nicht immer wörtlich; oft löst sie hebräische Mehrdeutigkeiten interpretativ.
Bedeutung für das Neue Testament
Die Septuaginta ist von kapitaler Bedeutung für das Verständnis des Neuen Testaments. Die NT-Autoren, die hauptsächlich auf Griechisch für ein hellenisiertes Publikum schrieben, zitierten überwiegend aus der LXX und nicht aus dem hebräischen Text. Es wird geschätzt, dass etwa zwei Drittel der alttestamentlichen Zitate im NT von der Septuaginta stammen.
Wichtige theologische Begriffe wurden durch die LXX vermittelt:
– Kyrios (Herr) für JHWH
– Christos (Gesalbter) für Messias
– Diatheke (Bund/Testament)
– Doxa (Herrlichkeit) für kavod
– Pneuma (Geist) für ruach
Brenton und seine englische Übersetzung
Sir Lancelot Brenton, ein englischer Gelehrter, veröffentlichte 1851 seine einflussreiche englische Übersetzung der Septuaginta unter dem Titel The Septuagint Version of the Old Testament, with an English Translation. Sein Werk umfasst:
– Den griechischen Text der LXX (basierend auf dem Codex Vaticanus).
– Eine parallele englische Übersetzung.
– Anmerkungen, die Varianten und Übersetzungsentscheidungen erläutern.
– Eine wissenschaftliche und literarische Behandlung des griechischen Textes.
Brentons Übersetzung war ein historischer Meilenstein, da sie zum ersten Mal die Septuaginta für englischsprachige Leser zugänglich machte und ihren akademischen und religiösen Einfluss erweiterte.
Gebrauch und Vermächtnis
Die Septuaginta wird weiterhin verwendet von:
– Ostorthodoxen Kirchen: deren Liturgie und Theologie sich direkt auf die LXX stützen.
– Akademischen Bibelgelehrten: für Studien zur Textkritik, zum hellenistischen Judentum und zum biblischen Hintergrund des NT.
– Patristikforschern: da die Kirchenväter sie hauptsächlich verwendeten.
– Übersetzern: als wichtige Quelle für die hebräische Textkritik.
Als Public Domain ist die Brenton-Ausgabe über zahlreiche digitale Plattformen frei zugänglich und stellt weiterhin ein unschätzbares Werkzeug für das vergleichende Studium des biblischen Erbes dar.